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IAA 2007 - Volvo zeigt Plug-in-Hybrid


Autor: "Michael Landenberger" (2007-09-16 16:28:15)

"Roland Mösl" schrieb:

> Es sieht aus wie ein normales Auto, aber die
> Technik ist ganz grundlegend anders.

Vor allem die Tanktechnik:
<http://auto.pege.org/2007-iaa/volvo-plug-in-hybrid.jpg>;. Bei den Strömchen,
die über das dort zu sehende Kabel maximal fließen können, dauert das
Aufladen viele Stunden. Es mag ja Leute geben, die damit leben können, dass
ihr Auto alle paar km für mehrere Stunden an die Steckdose muss. Die breite
Masse will ihr Auto jedoch in max. 10 Minuten auftanken, und zwar an genauso
vielen Tankstellen wie sie heute für normale Kraftstoffe zur Verfügung
stehen. Dafür muss sich Volvo (und jeder andere Elektroautohersteller) noch
etwas einfallen lassen. Es kann ja nicht der Sinn eines Plug-in-Hybrids
sein, dass die Antriebsenergie mangels geeigneter Stromtankstellen doch
vorwiegend aus dem Verbrenner kommt.

Elektroantriebe gleich welcher Art werden sich IMO erst dann wirklich
durchsetzen, wenn sie genauso schnell und problemlos "betankt" werden können
wie Autos mit Verbrennungsmotor. Dafür fehlt es aber einerseits noch an
passenden Akkumulatoren (nämlich solchen, die Energiemengen in der
Größenordnung von 70 kWh speichern können und sich trotzdem in 10 Minuten
aufladen lassen), andererseits an einer entsprechenden Infrastruktur.
Mehrere hundert Ampere Aufladestrom in Verbindung mit mehreren hundert Volt
Ladespannung (das benötigt man, um in 10 Minuten 70 kWh in ein Auto zu
"pumpen") sind auch kein Pappenstiel, da müssen erst einmal technische
Lösungen dafür gefunden werden.

Und nein, deine Solarzellen-Fantasien sind immer noch nicht wirklich in die
Realität umzusetzen. Nicht jeder hat ein Hausdach, das er mit Solarzellen
bepflastern kann. In vielen (Mehrfamilien-)Häusern reicht die Dachfläche
auch gar nicht, um sämtliche Bewohner mit Strom für ihre Plug-in-Autos zu
versorgen, ganz zu schweigen davon, dass es extrem schwierig ist, jeden
Laternenparkplatz mit einer Steckdose auszurüsten. Plug-in-Hybride werden
daher immer nur für einen ganz kleinen Teil der Autofahrer wirklich
interessant sein, viel zu wenige, um einen Autohersteller davon zu ernähren.
Wie war das nochmal? CO2-Ausstoß senken *und* Arbeitsplätze erhalten?

Gruß

Michael

Autor: Jens Schacherl (2007-09-16 18:06:52)

Michael Landenberger schrieb:
> <http://auto.pege.org/2007-iaa/volvo-plug-in-hybrid.jpg>;. Bei den
> Strömchen, die über das dort zu sehende Kabel maximal fließen können,
> dauert das Aufladen viele Stunden.
Schukosteckdose = 3,52kW, aus einer ebenfalls gebräuchlichen
Drehstrom-Steckdose kann man schon mal das dreifache ziehen.
Dann muß man nur noch die Kapazität des Akkusatzes wissen, ein paar
Prozent Verluste des Ladegerätes abziehen und weiß dann, wie lange eine
Ladevorgang dauern WÜRDE, wenn die Akkus komplett leer WÄREN.
Was aber, genau wie beim Benzintank, eher selten der Fall sein wird.

> Es mag ja Leute geben, die damit
> leben können, dass ihr Auto alle paar km für mehrere Stunden an die
> Steckdose muss.
Das sind die Leute, die ein paar km fahren und dann das Auto für mehrere
Stunden stehen lassen, weil sie in dieser Zeit arbeiten oder schlafen.
Potentiell z.B. die 84% der Erwerbstätigen mit einem Arbeitsweg von
unter 25km - eine verschwindend kleine Minderheit also ;-)

> Die breite Masse will ihr Auto jedoch in max. 10 Minuten
> auftanken, und zwar an genauso vielen Tankstellen wie sie heute für
> normale Kraftstoffe zur Verfügung stehen.
Schön, wenn jemand so genau weiß, was die "breite Masse" will.
Aber woher weiß man sowas nur?
Im Telefonbuch steht sie jedenfalls weder unter "B" noch unter "M",
sonst würde ich sie gerne mal anrufen und selber fragen.
Bis dahin verzichte ich darauf, allen anderen genau die gleichen
(Mobilitäts-) Ansprüche und Wünsche zu unterstellen, die ich selber habe.

> Dafür muss sich Volvo (und
> jeder andere Elektroautohersteller) noch etwas einfallen lassen. Es kann
> ja nicht der Sinn eines Plug-in-Hybrids sein, dass die Antriebsenergie
> mangels geeigneter Stromtankstellen doch vorwiegend aus dem Verbrenner
> kommt.
Sinnvoll ist das nur für jemand, der meistens innerhalb der rein
elektrischen Reichweite unterwegs ist.
Wer nicht, kauft sich eben was anderes sparsames, Auswahl gibt es ja
immer mehr.

> Elektroantriebe gleich welcher Art werden sich IMO erst dann wirklich
> durchsetzen, wenn sie genauso schnell
IMHO nicht, aber das hatten wir ja schon.

> und problemlos "betankt" werden
> können wie Autos mit Verbrennungsmotor.
Nach 6 Jahren und über 40.000km mit diversen Elektrorollern und -autos
finde ich es immer noch wesentlich problemloser, in der Garage einen
Schukostecker in die passende Steckdose einzuführen, als die ganze
Benzintankstellenprozedur inkl. versiffter Hände und hoher Rechnung.
Aber das ist ja vielleicht Geschmackssache.

> Dafür fehlt es aber einerseits
> noch an passenden Akkumulatoren (nämlich solchen, die Energiemengen in
> der Größenordnung von 70 kWh speichern können und sich trotzdem in 10
> Minuten aufladen lassen),
Die gibts schon, von Altairnano.
Kürzlich bewiesen bei einem CARB-Hearing in Kalifornien an einem Phoenix
SUT mit 35kWh-Akku.
Aber auch für die "alten" NiCd-Akkus in den Citroens/Peugeots/Renaults
gibt es schon seit vielen Jahren 25-Minuten-Schnellladegeräte.
Bild: http://www.miljobil.no/biler.html

> andererseits an einer entsprechenden
> Infrastruktur. Mehrere hundert Ampere Aufladestrom in Verbindung mit
> mehreren hundert Volt Ladespannung (das benötigt man, um in 10 Minuten
> 70 kWh in ein Auto zu "pumpen") sind auch kein Pappenstiel, da müssen
> erst einmal technische Lösungen dafür gefunden werden.
Die entsprechenden Ladegeräte sind überraschend klein, und die
Infrastruktur (Stromleitungen) ist im Prinzip schon vorhanden.

In der eigenen Garage braucht so einen Schnelllader auch niemand, und
die noch ca. 14.000 Tankstellen in Deutschland damit auszurüsten wäre
sicherlich einfacher und billiger, als eine Wasserstoff-Infrastruktur
für die GeldverBrennstoffzellen-Karren.

> ganz zu schweigen davon, dass es extrem
> schwierig ist, jeden Laternenparkplatz mit einer Steckdose auszurüsten.
Seit Gaslaternen aus der Mode sind, ist gerade das besonders einfach.

> Plug-in-Hybride werden daher immer nur für einen ganz kleinen Teil der
> Autofahrer wirklich interessant sein, viel zu wenige, um einen
> Autohersteller davon zu ernähren.
"Es gibt überhaupt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer bei
sich zu Hause haben will."
(Ken Olson, Gründer und Präsident von Digital Equipment, 1977)

So kanns gehen mit Prophezeiungen, die die Zukunft betreffen...
Außerdem wird kein großer Hersteller wie GM oder Volvo die Produktion
aller anderen Fahrzeuge einstellen und nur noch genau einen PiH bauen,
Daimler "ernährt" sich ja auch nicht alleine von der A-, E-, oder S-Klasse.

Interessantes zu den Plänen von GM:
http://www.cbsnews.com/stories/2007/09/06/sunday/main3239838.shtml
http://www.evworld.com/article.cfm?storyid=1318

Gruß Jens


--
Man kann einen Menschen einen Lügner, Betrüger, Schurken nennen, er wird
es hinnehmen - wenn man ihn aber einen schlechten Autofahrer nennt, wird
er rabiat. (Tony Curtis)

Autor: Jens Schacherl (2007-09-16 18:06:52)


Autor: Jens Schacherl (2007-09-16 18:06:52)

Michael Landenberger schrieb:
> <http://auto.pege.org/2007-iaa/volvo-plug-in-hybrid.jpg>;. Bei den
> Strömchen, die über das dort zu sehende Kabel maximal fließen können,
> dauert das Aufladen viele Stunden.
Schukosteckdose = 3,52kW, aus einer ebenfalls gebräuchlichen
Drehstrom-Steckdose kann man schon mal das dreifache ziehen.
Dann muß man nur noch die Kapazität des Akkusatzes wissen, ein paar
Prozent Verluste des Ladegerätes abziehen und weiß dann, wie lange eine
Ladevorgang dauern WÜRDE, wenn die Akkus komplett leer WÄREN.
Was aber, genau wie beim Benzintank, eher selten der Fall sein wird.

> Es mag ja Leute geben, die damit
> leben können, dass ihr Auto alle paar km für mehrere Stunden an die
> Steckdose muss.
Das sind die Leute, die ein paar km fahren und dann das Auto für mehrere
Stunden stehen lassen, weil sie in dieser Zeit arbeiten oder schlafen.
Potentiell z.B. die 84% der Erwerbstätigen mit einem Arbeitsweg von
unter 25km - eine verschwindend kleine Minderheit also ;-)

> Die breite Masse will ihr Auto jedoch in max. 10 Minuten
> auftanken, und zwar an genauso vielen Tankstellen wie sie heute für
> normale Kraftstoffe zur Verfügung stehen.
Schön, wenn jemand so genau weiß, was die "breite Masse" will.
Aber woher weiß man sowas nur?
Im Telefonbuch steht sie jedenfalls weder unter "B" noch unter "M",
sonst würde ich sie gerne mal anrufen und selber fragen.
Bis dahin verzichte ich darauf, allen anderen genau die gleichen
(Mobilitäts-) Ansprüche und Wünsche zu unterstellen, die ich selber habe.

> Dafür muss sich Volvo (und
> jeder andere Elektroautohersteller) noch etwas einfallen lassen. Es kann
> ja nicht der Sinn eines Plug-in-Hybrids sein, dass die Antriebsenergie
> mangels geeigneter Stromtankstellen doch vorwiegend aus dem Verbrenner
> kommt.
Sinnvoll ist das nur für jemand, der meistens innerhalb der rein
elektrischen Reichweite unterwegs ist.
Wer nicht, kauft sich eben was anderes sparsames, Auswahl gibt es ja
immer mehr.

> Elektroantriebe gleich welcher Art werden sich IMO erst dann wirklich
> durchsetzen, wenn sie genauso schnell
IMHO nicht, aber das hatten wir ja schon.

> und problemlos "betankt" werden
> können wie Autos mit Verbrennungsmotor.
Nach 6 Jahren und über 40.000km mit diversen Elektrorollern und -autos
finde ich es immer noch wesentlich problemloser, in der Garage einen
Schukostecker in die passende Steckdose einzuführen, als die ganze
Benzintankstellenprozedur inkl. versiffter Hände und hoher Rechnung.
Aber das ist ja vielleicht Geschmackssache.

> Dafür fehlt es aber einerseits
> noch an passenden Akkumulatoren (nämlich solchen, die Energiemengen in
> der Größenordnung von 70 kWh speichern können und sich trotzdem in 10
> Minuten aufladen lassen),
Die gibts schon, von Altairnano.
Kürzlich bewiesen bei einem CARB-Hearing in Kalifornien an einem Phoenix
SUT mit 35kWh-Akku.
Aber auch für die "alten" NiCd-Akkus in den Citroens/Peugeots/Renaults
gibt es schon seit vielen Jahren 25-Minuten-Schnellladegeräte.
Bild: http://www.miljobil.no/biler.html

> andererseits an einer entsprechenden
> Infrastruktur. Mehrere hundert Ampere Aufladestrom in Verbindung mit
> mehreren hundert Volt Ladespannung (das benötigt man, um in 10 Minuten
> 70 kWh in ein Auto zu "pumpen") sind auch kein Pappenstiel, da müssen
> erst einmal technische Lösungen dafür gefunden werden.
Die entsprechenden Ladegeräte sind überraschend klein, und die
Infrastruktur (Stromleitungen) ist im Prinzip schon vorhanden.

In der eigenen Garage braucht so einen Schnelllader auch niemand, und
die noch ca. 14.000 Tankstellen in Deutschland damit auszurüsten wäre
sicherlich einfacher und billiger, als eine Wasserstoff-Infrastruktur
für die GeldverBrennstoffzellen-Karren.

> ganz zu schweigen davon, dass es extrem
> schwierig ist, jeden Laternenparkplatz mit einer Steckdose auszurüsten.
Seit Gaslaternen aus der Mode sind, ist gerade das besonders einfach.

> Plug-in-Hybride werden daher immer nur für einen ganz kleinen Teil der
> Autofahrer wirklich interessant sein, viel zu wenige, um einen
> Autohersteller davon zu ernähren.
"Es gibt überhaupt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer bei
sich zu Hause haben will."
(Ken Olson, Gründer und Präsident von Digital Equipment, 1977)

So kanns gehen mit Prophezeiungen, die die Zukunft betreffen...
Außerdem wird kein großer Hersteller wie GM oder Volvo die Produktion
aller anderen Fahrzeuge einstellen und nur noch genau einen PiH bauen,
Daimler "ernährt" sich ja auch nicht alleine von der A-, E-, oder S-Klasse.

Interessantes zu den Plänen von GM:
http://www.cbsnews.com/stories/2007/09/06/sunday/main3239838.shtml
http://www.evworld.com/article.cfm?storyid=1318

Gruß Jens


--
Man kann einen Menschen einen Lügner, Betrüger, Schurken nennen, er wird
es hinnehmen - wenn man ihn aber einen schlechten Autofahrer nennt, wird
er rabiat. (Tony Curtis)

Autor: "Michael Landenberger" (2007-09-16 19:10:50)

"Jens Schacherl" schrieb:

> Michael Landenberger schrieb:
>> <http://auto.pege.org/2007-iaa/volvo-plug-in-hybrid.jpg>;. Bei den
>> Strömchen, die über das dort zu sehende Kabel maximal fließen können,
>> dauert das Aufladen viele Stunden.

> Schukosteckdose = 3,52kW, aus einer ebenfalls gebräuchlichen
> Drehstrom-Steckdose kann man schon mal das dreifache ziehen.

Gemäß <http://www.theautochannel.com/news/2007/09/07/061263.html>; soll der
Volvo im ausschließlichen Batteriebetrieb 100 km weit kommen. Das erfordert
eine Batterie mit mindestens 15 kWh (das ist ca. 8x so viel wie beim
aktuellen Prius). Nehmen wir also für den Akku eine Kapazität von 15 kWh an.
Dann dauert das Laden bei 3x3,52 kW Ladeleistung ca. 1 1/2 Stunden.
Allerdings ist das auf dem Bild gezeigte Kabel kein Drehstromkabel für 10
kW. Gehen wir also von Einphasen-Wechselstrom mit 3,5 kW aus, dann dauert
das Laden knapp 4,5 Stunden. Fürs Laden über Nacht reicht das, fürs "eben
mal schnell auftanken" ist es aber noch deutlich zu lange.

> Dann muß man nur noch die Kapazität des Akkusatzes wissen,

Ich denke, mit 15-20 kWh kann man rechnen.

>> Es mag ja Leute geben, die damit
>> leben können, dass ihr Auto alle paar km für mehrere Stunden
>> an die Steckdose muss.

> Das sind die Leute, die ein paar km fahren und dann das Auto für
> mehrere Stunden stehen lassen, weil sie in dieser Zeit arbeiten
> oder schlafen.

Und die dort, wo sie das Auto stehen lassen, eine Steckdose zur Verfügung
haben.

> Potentiell z.B. die 84% der Erwerbstätigen mit einem Arbeitsweg
> von unter 25km - eine verschwindend kleine Minderheit also ;-)

Ziehe von deiner Zielgruppe die ohne Steckdose vor dem Haus, auf dem
Firmenparkplatz oder auf dem Parkplatz beim Supermarkt ab, und du landest
bei grob geschätzt 5%.

> Nach 6 Jahren und über 40.000km mit diversen Elektrorollern und
> -autos finde ich es immer noch wesentlich problemloser, in der
> Garage

Aha, du hast eine Garage. Interessant. Hat jeder Autofahrer in deiner Stadt
eine Garage? Oder wenigstens eine Steckdose in der Nähe seines Stellplatzes?
Nein? Dann solltest du tatsächlich mal die breite Masse befragen, was sie
von Elektroautos hält, und nicht immer von deinen persönlichen Verhältnissen
ausgehen.

> Die entsprechenden Ladegeräte sind überraschend klein, und die
> Infrastruktur (Stromleitungen) ist im Prinzip schon vorhanden.

Die Infrastruktur besteht nicht nur aus Stromleitungen. Sie besteht auch aus
"Tankstellen", die entsprechende Ladegeräte vorhalten. Sinnigerweise solche
mit genormten Anschlüssen, damit nicht der Priusfahrer eine andere
Tankstelle anfahren muss als der Volvofahrer und der Hybrid-Kangoo-Fahrer.

> In der eigenen Garage

Die nur ein Bruchteil der Bevölkerung besitzt.

>> ganz zu schweigen davon, dass es extrem
>> schwierig ist, jeden Laternenparkplatz mit einer Steckdose
>> auszurüsten.

> Seit Gaslaternen aus der Mode sind, ist gerade das besonders
> einfach.

Es muss aber erst einmal gemacht werden. Und das ist teuer. Davon abgesehen
kommen in einer üblichen Wohnstraße weit mehr als 1 Auto auf eine Laterne,
d. h. ein Teil der "Laternentanker" wäre gezwungen, mehrere Meter Strippe
von seinem Auto zur nächsten Laterne zu ziehen.

>> Plug-in-Hybride werden daher immer nur für einen ganz kleinen
>> Teil der Autofahrer wirklich interessant sein, viel zu wenige,
>> um einen Autohersteller davon zu ernähren.

> "Es gibt überhaupt keinen Grund, warum irgendjemand einen
> Computer bei sich zu Hause haben will."

Mir ist der Unterschied zwischen Computern und Elektroautos durchaus
bekannt.

> So kanns gehen mit Prophezeiungen, die die Zukunft
> betreffen...

Ich behaupte ja nicht, dass Hybrid- oder reine Elektroautos keine Zukunft
hätten, eher im Gegenteil (ich bin auch ein Fan von flüsterleisen und
elektronisch steuerbaren Antriebskonzepten). Die Zukunft des Automobils
liegt IMO im Elektroantrieb. Allerdings muss ihr Handling incl. des
Betankens ungefähr mit dem Handling heutiger Autos vergleichbar sein. Bei
Hybridautos ist man diesem Ziel eigentlich jetzt recht nahe gekommen,
allerdings unter weitgehendem Verzicht auf reinen Elektrobetrieb (der
elektrische Teil bei aktuellen Hybridfahrzeugen dient eigentlich mehr dazu,
um beim Bremsen Energie zurückzugewinnen und diese später wieder für den
Antrieb nutzen zu können. Die Hauptarbeit leistet der Verbrennungsmotor).
Jedenfalls bedarf bis zur massenhaften (!) Verbreitung von Elektroautos es
noch einiger Anstrengungen, sowohl was die Technik in den Autos als auch die
Technik drumrum betrifft. Glaub mir: wenn es ein familientaugliches
Elektroauto gäbe, das ich wie selbstverständlich an jeder Tankstelle in 10
Minuten aufladen könnte, das mit einer Akkuladung mindestens 400 km weit
kommt (innerorts und außerords bei VMax von mindestens 140 km/h), und das im
Sommer klimatisierbar und im Winter beheizbar ist, ich würde sofort eines
bestellen. Natürlich nur sofern es nicht so teuer ist, dass ich es mir nicht
leisten kann.

Gruß

Michael

Autor: Frank Kemper (2007-09-16 19:30:13)

Jens Schacherl wrote:

>> Es mag ja Leute geben, die damit
>> leben können, dass ihr Auto alle paar km für mehrere Stunden an die
>> Steckdose muss.
> Das sind die Leute, die ein paar km fahren und dann das Auto für mehrere
> Stunden stehen lassen, weil sie in dieser Zeit arbeiten oder schlafen.
> Potentiell z.B. die 84% der Erwerbstätigen mit einem Arbeitsweg von
> unter 25km - eine verschwindend kleine Minderheit also ;-)

Im Moment besteht zumindest in den Städten das Problem, dass die meisten
Autobesitzer entweder gar keine Garage haben oder in einer Tiefgarage
parken, in der sie keine Stromsteckdose zur Verfügung haben. Das wäre
z.B. auch bei mir das Problem: Ein Elektrozweirad wäre für mich nur dann
attraktiv, wenn die Batterie leicht genug zum Tragen ist und mit zwei
Handgriffen ausgebaut werden kann, denn ich müsste sie in meine Wohnung
im 3. Stock schaffen um sie dort aufzuladen (und wo sie mir ganz schön
im Weg umginge).

Man müsste irgendeine Infrastruktur schaffen, mit der man Strom
öffentlich zapfen und bezahlen könnte, denn bei den Mengen, die
Elektroautos brauchen, wäre jede Hausgemenschaft auf 180, wenn zwei aus
dem Haus ihre Elektroautos immer auf die Kosten aller aufladen würden;-)

Das sind alles keine unlösbaren Probleme, aber ein paar Milliarden
vergräbt man da schnell mal in der Erde. Und dann stellt sich unter dem
Strich wieder die Frage nach dem Wirkungsgrad: Wieviel Energie brauche
ich, um einen Pkw mit Strom aus der Steckdose zu betreiben statt mit
Sprit aus der Tanke?

Frank


--
Auch Menschen mit Sturmgewehren müssen Medienkompetenz lernen

Autor: Volker Neurath (2007-09-16 20:19:57)

Jens Schacherl wrote:

> Sinnvoll ist das nur für jemand, der meistens innerhalb der rein
> elektrischen Reichweite unterwegs ist.
> Wer nicht, kauft sich eben was anderes sparsames, Auswahl gibt es ja
> immer mehr.

Nunja - Sinn eines Hybriden und auch eines PlugIn Hybriden ist es ja
eigentlich nicht , die meiste Zeit rein elektrisch zu fahren.

> "Es gibt überhaupt keinen Grund, warum irgendjemand einen Computer bei
> sich zu Hause haben will."
> (Ken Olson, Gründer und Präsident von Digital Equipment, 1977)

"Es gibt einen Markt für vielleicht 4 oder 5 Computer" - irgendein IBM? Mann
in den 50ern.

Volker
--
Im übrigen bin ich der meinung, dass TCPA/TCG verhindert werden muss

Autor: Andreas Wenzel (2007-09-17 00:35:21)

Frank Kemper schrieb:
> [...]
> Man müsste irgendeine Infrastruktur schaffen, mit der man Strom
> öffentlich zapfen und bezahlen könnte [...]

Wie wäre es mit einem Pfandakkusystem? Was mit Plastikflaschen geht muß
doch auch mit Akkus gehen...

Gruß,
Andreas

Autor: "Harald Hengel" (2007-09-16 21:31:14)

Roland Mösl schrieb:

> Aber das ist noch nicht alles
>
> Keine Bremsen!
>
> Wozu diese grobschlächtigen
> mechanische Beremsen, wenn man
> ausreichend Motorleistung hat
> für eine Motorbremse?

Stimmt, und wenn ein Kabel mal keinen Kontakt hat oder sonstwie der Strom
ausfällt haben wir ja Leitplanken und Bäume zum Bremsen.
Zur Not tut es eine Gruppe Kinder. :-(

Harald
--
Für eine korrekte Antwortadresse den Bindestrich entfernen.

Autor: Jan Heichler (2007-09-17 07:24:55)

On Mon, 17 Sep 2007 07:09:59 +0200, Roland Mösl
wrote:

>>> Man müsste irgendeine Infrastruktur schaffen, mit der man Strom
>>> öffentlich zapfen und bezahlen könnte [...]
>>
>> Wie wäre es mit einem Pfandakkusystem? Was mit Plastikflaschen geht muß
>> doch auch mit Akkus gehen...
>
>Bei einem System von Elektrofahrrädern habe ich das schon gesehen.
>
>Das sind elektrische Leihfahrräder mit Wechselstationen.
>
>Schon beim Elektromoped wiegt ein Wechselakku
>
>http://www.innoscooter.de
>
>14kg.

und schon wird tanken wieder Männersache. Es lebe die Emanzipation!
;-)

Gruß
Jan

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