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F: Halten modern Dieselmotoren =?ISO-8859-15?länger als =?ISO-8859-15?moderne Benziner?


Autor: Uwe Weiss (2006-02-23 21:21:49)

Hallo,

für Vielfahrer lohnt es sich, trotz der höheren Anschauffungskosten, und
der höheren Steuern, einen Diesel anzuschaffen. Weil:
1) Man beim Diesel ordentlich Sprit-Kosten spart
2) Dieselmotoren viel länger halten

Ich bin Vielfahrer (25-30Tkm/Jahr) und fahre einen (vor 3 Jahren
gebraucht gekauften), mittlerweile 6 Jahre alten Bora TDI (90PS), mit
inzwischen gut 150Tkm Laufleistung.
Ich fahre Autos prinzipiell bis dass der TÜV uns scheidet, und bin davon
ausgegangen, dass der Bora - weil Diesel - da gerne noch 6 Jahre
mitspielen wird. 300Tkm sind ja "nix" für einen Diesel-Motor.
Ein Arbeitskollege hat versucht, mich da eines besseren zu belehren (und
spätestens jetzt oute ich mich als unwissend). Die Faustformel "Diesel
halten länger/ewig" hätte früher mal gegolten. Dass moderne
Dieselmotoren den Fahrleistungs-Vorsprung der Benziner eingeholt haben,
hätte den Preis der längeren Haltbarkeit gekostet.

Anders ausgedrückt: ein moderner, dynamischer Turbodiesel hält auch
nicht länger, als ein moderner Benziner.

Stimm das so, oder (hoffentlich ;) eher nicht?

Danke & Gruß

-Uwe-

Autor: Matthias Rothe (2006-02-23 21:41:41)

Uwe Weiss schrieb:
> Anders ausgedrückt: ein moderner, dynamischer Turbodiesel hält auch
> nicht länger, als ein moderner Benziner.
>
> Stimm das so, oder (hoffentlich ;) eher nicht?

Da lass mich mal ein Auge auf das werfen was ich für die
Haupt-Verschleißfaktoren halte:

a) Lagerbelastung durch Kolbendruck beim Verdichten und Verbrennen: Da
trägt der Diesel wohl die höhere Last, also Plus für den Benziner

b) Kolbengeschwindigkeiten - die heutigen Diesel drehen im Durchschnitt
wohl immer noch weniger hoch als vergleichbar starke Benzinmotoren -
also Plus für den Diesel

c) Schwingungen... sollten hier keine große Rolle spielen

d) Peripherie: könnte mir vorstellen, dass der Turbo und die
Einspritzpumpe(n) ein gewisses "Kaputtgehpotential" haben, für das es
kein "gleichgefährdetes" Gegenstück beim Benziner gibt - evtl. dadurch
Vorteile für den Benziner.

Meiner Theorie nach ists also ein Unentschieden, vielleicht mit
leichten Vorteilen für den Benziner. Aber da werden die Praktiker der
Gruppe sicher noch dran "rumfeilen"...


- Matthias

Autor: Matthias Rothe (2006-02-23 21:41:41)


Autor: Matthias Rothe (2006-02-23 21:41:41)

Uwe Weiss schrieb:
> Anders ausgedrückt: ein moderner, dynamischer Turbodiesel hält auch
> nicht länger, als ein moderner Benziner.
>
> Stimm das so, oder (hoffentlich ;) eher nicht?

Da lass mich mal ein Auge auf das werfen was ich für die
Haupt-Verschleißfaktoren halte:

a) Lagerbelastung durch Kolbendruck beim Verdichten und Verbrennen: Da
trägt der Diesel wohl die höhere Last, also Plus für den Benziner

b) Kolbengeschwindigkeiten - die heutigen Diesel drehen im Durchschnitt
wohl immer noch weniger hoch als vergleichbar starke Benzinmotoren -
also Plus für den Diesel

c) Schwingungen... sollten hier keine große Rolle spielen

d) Peripherie: könnte mir vorstellen, dass der Turbo und die
Einspritzpumpe(n) ein gewisses "Kaputtgehpotential" haben, für das es
kein "gleichgefährdetes" Gegenstück beim Benziner gibt - evtl. dadurch
Vorteile für den Benziner.

Meiner Theorie nach ists also ein Unentschieden, vielleicht mit
leichten Vorteilen für den Benziner. Aber da werden die Praktiker der
Gruppe sicher noch dran "rumfeilen"...


- Matthias

Autor: das liest keiner@don-moto.at (Raoul Donschachner) (2006-02-23 22:07:39)

Uwe Weiss wrote:

> Anders ausgedrückt: ein moderner, dynamischer Turbodiesel hält auch
> nicht länger, als ein moderner Benziner.

Die Praxis scheint das so darzustellen. Moderne Benziner gehen ansich
offenbar gar nicht mehr kaputt, wie es wieder mit den alleraktuellsten
Direkteinspritz-Nockenwellverstell-Turbo-sonstwas-Motoren aussieht wird
man in 10 Jahren sehen.

Raoul
--
==To e-mail me exchange das liest keiner with anything else==
Ill give up my Land Rover when you pry my cold dead fingers
from the steering wheel.

Autor: Ansgar Kursawe (2006-02-23 23:11:49)

Matthias Rothe schrieb:

> b) Kolbengeschwindigkeiten - die heutigen Diesel drehen im Durchschnitt
> wohl immer noch weniger hoch als vergleichbar starke Benzinmotoren -
> also Plus für den Diesel

Geht nicht anders, da die Flammgeschwindigkeiten vom Diesel höhere
Drehzahlen AFAIK nicht erlauben. Dafür sind die Kolbendrücke deutlich
höher.


/Ansgar

Autor: Lothar Cezanne (2006-02-23 23:44:53)

Ansgar Kursawe wrote:

> Matthias Rothe schrieb:
>
>
>>b) Kolbengeschwindigkeiten - die heutigen Diesel drehen im Durchschnitt
>>wohl immer noch weniger hoch als vergleichbar starke Benzinmotoren -
>>also Plus für den Diesel
>
>
> Geht nicht anders, da die Flammgeschwindigkeiten vom Diesel höhere
> Drehzahlen AFAIK nicht erlauben.

Auf motor-talk.de meinte neulich einer, das wäre pille-palle; sein
VW-AAZ (1,9 TD) würde afair über 6000 Touren drehen. Das begrenzende
Element seien die Spritpumpen, die nicht genug des (höher viskosen als
Benzin) Kraftstoffes liefern können. Meinungen hierzu?

lc#

Autor: Ernst-Peter Nawothnig (2006-02-24 00:48:45)

Uwe Weiss schrieb:
> Hallo,
>
> für Vielfahrer lohnt es sich, trotz der höheren Anschauffungskosten, und
> der höheren Steuern, einen Diesel anzuschaffen. Weil:
> 1) Man beim Diesel ordentlich Sprit-Kosten spart
> 2) Dieselmotoren viel länger halten

zu 2) Das stimmte unbedingt, als Daimler (andere Diesel gab hierzulande
gar nicht) aus 2 Litern Hubraum brüllende 55 PS zauberte. Da hat sich
diese berechtigte Ansicht über Jahrzehnte verfestigt. Aber das ist nun
wirklich sowas von vorbei!
Ernst-Peter

Autor: "Michael Hagen" (2006-02-24 02:55:33)

"Uwe Weiss" schrieb:

> Hallo,
>
> für Vielfahrer lohnt es sich, trotz der höheren Anschauffungskosten, und
> der höheren Steuern, einen Diesel anzuschaffen. Weil:
> 1) Man beim Diesel ordentlich Sprit-Kosten spart

...die man durch teurere Reperaturen (ich sag nur Zahnriemen, z.B.) wieder
in die Werkstatt trägt...


> 2) Dieselmotoren viel länger halten

Der Motorblock ansich hält auch heute noch bei entsprechender Wartung
sicherlich länger als die Karre selber, aaaber diese ganzen Gimmicks
drummherum: Turbolader, Einspritzpumpen, PD-Elemente, komplizierte
Elektronik, etc.
Wenn da mal was kaput geht, gute Nacht!
Aktuelles Beispiel aus meiner Firma: Passat 1.9 TDI, Bj. 99, 180tkm,
Turboladertausch nachdem es die Laderschaufeln zerlegt hat: 1200
Euro,*würg*.
Wer soll das nach sagen wir mal 6 Jahren Autoleben bezahlen? Vor allem vor
dem Hintergrund, dass das nächste sauteure Teil vielleicht nur Monate später
übern Jordan geht.
Ich persönlich bin ja sehr sehr gespannt, was mit den aktuellen TDI?s in
sagen wir mal 6-7 Jahren und Laufleistungen > 200.000 km ist. Ich sehe da
eher schwarz!
Fahre grad einen VW Polo Bj.05 TDI (und hab auch vor, den in 12 Jahren noch
zu fahren, bei 35tkm/jahr)
Zu überbieten gilt es:

-Mercedes Benz D220, 16 Jahre, 480tkm, NULL Reperaturen wegen
Motorproblemen.
-VW Polo 86C(Benziner), 14 Jahre, 370tkm, nur Kleinkramreperaturen.
Beide am TÜV gestorben. :-(

> Die Faustformel "Diesel halten länger/ewig" hätte früher mal gegolten.

Definitiv ja! Die Zeit der unkapputbaren Diesel sind mit
einführen von PD, Commonrail und Aufladung vorbei, leider :-(



Gruß

Micha

Autor: Mathias Danke (2006-02-24 03:08:44)

Michael Hagen schrieb am 24.02.2006 02:55:

> Zu überbieten gilt es:
>
> -Mercedes Benz D220, 16 Jahre, 480tkm, NULL Reperaturen wegen
> Motorproblemen.

Ich setze 100 Taler - dagegen. ;)


--
Oo==00==oO

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