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Medienhetze gegen Testfahrer!
Autor: Anastasios Tsitlakidis (2003-09-02 21:37:08)
Hab grad die letzten Minuten des sachlichen Frontal21-Berichtes
gesehen und mir ist schlecht geworden:
<Nicht-ganz-O-Ton> "Natürlich stimmt das Klischee, daß
immer einer auf der Autobahn
spazieren fährt und hinter ihm ein verhinderter Rennfahrer ist. Aber Gnade
uns, wenn es ein Testfahrer ist!" </Nicht-ganz-O-Ton>
Gesehen habe ich noch, wie anscheinend ein Testfahrer eine A-Klasse zum
Aufschaukeln brachte und einen schweren Unfall erlitt, keine Fremdbeteiligung.
5 Monate später erlag er seinen Verletzungen. Frontal21 meinte, daß
DCX die
Angehörigen großzügig abgefunden hat.
Meine Fresse, was soll der Scheiß eigentlich? Wenn dieser
"Testfahrer"
tatsächlich auf öffentlichen Straßen herumexperimentiert, so
ist er nicht
ganz sauber, denn dafür gibt es Prüfgelände. Er hat den
höchsten Preis
dafür gezahlt. DCX aber jetzt zu unterstellen, daß die A-Klasse
manipuliert
war, ist wohl die Höhe! Es ist allgemein bekannt, daß Prototypen vom
TÜV
abgenommen werden, es gibt zwar Sondergenehmigungen für den Einbau von
Versuchsteilen, aber das Fahrzeug muß technisch einwandfrei sein
(zumindest
Motor, Bremsen, Getriebe) damit es draußen herumfahren darf.
Eines muß ich aber bzgl. DCX erwähnen, AFAIK darf dort jeder
Ingenieur
mit Prototypen fahren. Das ist IMHO fahrlässig. Ich selbst mußte
bspw.
eine Prototypenfahrerlaubnis erwerben, die ist Pflicht. Gerade dieses
Training lehrt einem Demut, und bis auf ein paar Ausnahmen weiß jeder,
daß öffentliche Straßen kein Terrain zum Ausüben von
automobilen
Testphantasien sind. Im Interesse der eigenen Sicherheit macht man das
auf dem Prüfgelände.
Das wissen aber die tollen D-Medien nicht! Die haben noch nicht einmal
Ahnung, daß eben diese Tests für die Sicherheit des
ZDF-Dienstmaybachs
verantwortlich sind. Es wird jetzt kollektiv gegen den Stand der
Testfahrer und Automobilingenieure gehetzt, ohne auch nur einen blassen
Schimmer von gar nichts zu haben. Im Spiegel wird Piech verunglimpft,
seinerzeit ein sehr erfahrener Entwicklungsvorstand von Audi, der
wirklich Autofahren kann. Ich empfehle jedem das Buch "Geschichten
aus der Grube" von Herrn Naumann, dann weiß man ungefähr was
der
Beruf des Automobilingenieurs mit sich bringt.
Spiegel geht sogar noch einen Schritt weiter: "Dass manche
Lenkrad-Akrobaten
auch auf öffentlichen Straßen rasen und drängeln, ist so nahe
liegend
wie die Tatsache, daß mancher Berufsboxer sich auch im Wirtshaus
prügelt!".
Soso verehrte Springer-Presse, nachts ist es also kälter als
draußen.
Dann sind Bestatter potentielle Mörder, Metzger Tierquäler,
Kfz-Mechaniker Saboteure, Polizisten Schutzgelderpresser und Apothekerinnen
Drogenhändlerinnen.
Gerade die Erfahrung von Testfahrern macht sie nicht zu hirnverbrannten
Idioten. Eine Firma hat soundsoviel Angestellte, die nichts anderes
als ein Spiegelbild unserer Gesellschaft sind. Deswegen gibt es auch
wenige Leute, die eben Unsinn machen. Wieso sollten denn sich alle
Hirnverbrannten gerade in der Entwicklung eines Automobilherstellers
herumtreiben? Den kompletten Berufsstand als Vebrecher hinzustellen ist
unfair und IMHO ein Angriff gegen deren Menschenwürde. Vielleicht wird
ab morgen dann eine Gendatenbank für Testfahrer eingeführt.
Es leben die moderne Inquisition!
Trotzdem Gruß,
Taso
--
"Ich war mit den Entscheidungen des Schiris nicht einverstanden. Da habe
ich ihn einen Mixer mit W genannt." HSV-Stürmer Erik Meijer
Autor: Heinz Saathoff (2003-09-02 23:02:16)
Anastasios Tsitlakidis schrieb...
> Hab grad die letzten Minuten des sachlichen Frontal21-Berichtes
> gesehen und mir ist schlecht geworden:
>
> <Nicht-ganz-O-Ton> "Nat
Autor: Heinz Saathoff (2003-09-02 23:02:16)
Autor: Heinz Saathoff (2003-09-02 23:02:16)
Anastasios Tsitlakidis schrieb...
> Hab grad die letzten Minuten des sachlichen Frontal21-Berichtes
> gesehen und mir ist schlecht geworden:
>
> <Nicht-ganz-O-Ton> "Nat
Autor: dsalva@gmx.de (Dirk Salva) (2003-09-02 22:24:00)
proirl@gmx.net (Anastasios Tsitlakidis) schrieb am 02.09.03:
> Das wissen aber die tollen D-Medien nicht! Die haben noch nicht einmal
[...]
> verantwortlich sind. Es wird jetzt kollektiv gegen den Stand der
> Testfahrer und Automobilingenieure gehetzt, ohne auch nur einen blassen
> Schimmer von gar nichts zu haben. Im Spiegel wird Piech verunglimpft,
[...]
> Es leben die moderne Inquisition!
Was regst Du Dich eigentlich so auf? Geht eh alles im Rauschen unter,
oder glaubst Du ernsthaft, dass
a) die Mittags-Talkshow-Gucker noch ernsthaft fuer sich selbst
verantwortlich sein koennen
oder
b) serioese Fern-Seher ueberhaupt irgendwas auf so einen Scheiss, egal von
welcher Presse, geben!?
Wer intelligent genug ist weiss, dass er von jeglicher Berichterstattung
mittlerweile 50% Grundrauschen abziehen kann...
ciao, Dirk
--
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Autor: "Anastasios Tsitlakidis" (2003-09-03 08:57:10)
"Frank Kemper" schrieb
> > Spiegel geht sogar noch einen Schritt weiter: "Dass manche
> > Lenkrad-Akrobaten auch auf öffentlichen Straßen rasen und
drängeln,
> > ist so nahe liegend wie die Tatsache, daß mancher Berufsboxer
sich
> > auch im Wirtshaus prügelt!". Soso verehrte Springer-Presse,
nachts ist
> > es also kälter als draußen.
> >
> Anastasios, Du erzählst Schwachfug.
Nein, nur meine Sicht der Realität.
> Erstens gehört der Spiegel nicht zur Springer-Presse, und zweitens
hatte
> ich vor Jahren mal das zweifelhafte Vergnügen, auf einer
> Abendveranstaltung den damaligen Leiter des Mercedes-Nutzfahrzeug-
> Fahrversuches kennenzulernen. Das Thema des Gespräches drehte sich
> irgendwann zufällig auf die "Drängler vs.
Schleicher"-Debatte, und der
> Mann gab zu erkennen, dass er wohl in etwa so fährt, wie es dem
> "Todesdrängler" jetzt unterstellt wird. Wir haben bis vier
uhr morgens
> gestritten, aber es war ihm nicht begreiflich zu machen, dass es auch
für
> Autos mit Geschwindigkeiten von unter 170 bisweilen Gründe gibt, auf
der
> linken Spur zu fahren.
Schön, daß belegt rein gar nichts.
> Ich wohne in München, da sieht man auch hin und wieder mal einen BMW-
> Prototypen über die Autobahn pfeifen. Nein, sehen tut man ihn
eigentlch
> nicht, denn dafür sind die Jungs zu schnell unterwegs...
Das ist deine subjektive Sicht der Dinge (wie eben meine auch), nur das ich
es aus erster Hand und besser weiß.
Autor: "Jan Heinz" (2003-09-03 09:16:56)
"Anastasios Tsitlakidis" schrieb:
>
> Spiegel geht sogar noch einen Schritt weiter: "Dass manche
Lenkrad-Akrobaten
> auch auf öffentlichen Straßen rasen und drängeln, ist so
nahe liegend
> wie die Tatsache, daß mancher Berufsboxer sich auch im Wirtshaus
prügelt!".
> Soso verehrte Springer-Presse, nachts ist es also kälter als
draußen.
Der Spiegel gehört aber nicht zu Springer. Augstein würde sich im
Grab
umdrehen.....
Allerdings habe ich hier so eigene Erfahrungen mit Testfahrern. Hier (die
A66 zwischen Frankfurt und Fulda) ist eine gern genommene Teststrecke für
Autos aus Rüsselsheim. Unschwer zu erkennen an GG-Kennzeichen und drei
Dutzend Antennen auf den Autos. Häufig in der Kolonne unterwegs, teilweise
auch alleine.
Die fahren zu 50 % wie die Gestörten. Da wird aufgefahren,
gedrängelt,
ausgebremst, versucht rechts zu überholen, dauernd links gefahren trotz
Corsa 1.2 und rechts fast keinem Auto und ich habe schon gesehen, wie andere
Autofahrer, die nicht sofort auf der rechten Spur verschwunden sind, von
gleich zwei oder drei Fahrern der Kolonne mit dem Stinkefinger bedacht
wurden.
Wenn mir im Berufsverkehr, wo diese Autobahn ziemlich voll ist, ein solcher
Testfahrer auf ca. 3 - 4 Meter in den Kofferaum kriecht, und das bei 150
km/h und wie gesagt regem Verkehr, dann hab ich meine Zweifel, ob das so ein
toller Fahrer ist. Wo sollte ich denn wohl hin, rechts ist die Spur voll mit
langsameren Fahrzeugen, und vor mir ist ebenfalls eine Schlange.
Dafür fehlt mir jedes Verständnis. Berufskraftfahrer, und damit meine
ich
diejenigen, deren Beruf tatsächlich das Fahrern (von PKW) ist, scheinen zu
glauben, daß nur sie ein Recht zur Benutzung der Autobahn hätten.
Grüße
Jan
P.S. Trotzdem halte ich diesen Medienhype, wie er um diese Geschichte
gemacht wird, für völlig daneben.
Autor: Frank Kemper (2003-09-03 07:22:15)
"Anastasios Tsitlakidis" hat in
Betrag
news:bj43c6$3e311@doiweb4.wob.vw.vwg dies gedichtet:
> Das ist deine subjektive Sicht der Dinge (wie eben meine auch), nur
> das ich es aus erster Hand und besser weiá.
>
Junge, Du träumst....
Frank
--
please replace spam-muelleimer with fk-newsgroups for e-mail contact
Time Flies Like An Arrow - Fruit Flies Like A Banana
Autor: Christian Luetgens (2003-09-03 09:32:14)
Am Wed, 3 Sep 2003 09:16:56 +0200 schrieb "Jan Heinz"
:
>Allerdings habe ich hier so eigene Erfahrungen mit Testfahrern. Hier (die
>A66 zwischen Frankfurt und Fulda) ist eine gern genommene Teststrecke
für
>Autos aus Rüsselsheim. Unschwer zu erkennen an GG-Kennzeichen und drei
>Dutzend Antennen auf den Autos. Häufig in der Kolonne unterwegs,
teilweise
>auch alleine.
[...]
Merk Dir doch mal ein Kennzeichen und melde das bei der
entsprechenden Firma. Normalerweise sind Konzerne sehr auf die
öffentliche Meinung bedacht. Wenn sich die Angestellten so benehmen
wie von Dir beschrieben, könnte das durchaus Haue von oben geben. Ist
vermutlich wirkungsvoller als eine (ohnehin folgenlose) Anzeige bei
der Rennleitung.
Bye,
Christian
--
Der Teufel ist ein Eichhörnchen, er lebt im Zölibat, und er hat immer
einen stehn. (Element of Crime, "Wahr und gut und schön")
http://www.christian-luetgens.de -
mailto:usenet-defa@christian-luetgens.de
Autor: "Jan Heinz" (2003-09-03 09:49:17)
"Christian Luetgens" schrieb
> [...]
>
> Merk Dir doch mal ein Kennzeichen und melde das bei der
> entsprechenden Firma. Normalerweise sind Konzerne sehr auf die
> öffentliche Meinung bedacht. Wenn sich die Angestellten so benehmen
> wie von Dir beschrieben, könnte das durchaus Haue von oben geben. Ist
> vermutlich wirkungsvoller als eine (ohnehin folgenlose) Anzeige bei
> der Rennleitung.
Auf den Trichter (mit dem Hersteller) bin ich noch gar nicht gekommen.
Allerdings habe ich auch noch keinen von denen angezeigt, weil das mir die
Mühe nicht wert war. Ich lass die halt immer gleich durch, weil ich so
Leute
lieber vor als hinter mir habe. Ich konnte dann halt immer von hinten
beobachten, wie es war, wenn andere nicht gleich Platz gemacht haben.
Sollte man vielleicht wirklich mal an den Hersteller schreiben...
Grüße
Jan
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