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Genauigkeit von GPS bei der Geschwindigkeitsmessung


Autor: Andreas Wenzel (2006-01-15 22:34:25)

Gerald Oppen wrote:

> Ich meine den Luftdruck im Reifen, nicht den Druck der Reifen auf die
> Strasse!

Ich auch.

Gruß,
Andreas

Autor: Roland Damm (2006-01-15 22:49:16)

Moin,

René hat geschrieben:

> Was hat das mit physikalischem Detailwissen zu tun? Es ging darum,
> die Genauigkeit des Instruments zu überprüfen. Und das testet man
> wohl besser mit einem /anderen/ Instrument, statt demselben. Sonst
> bewegt man sich in den Bereich "Die Bibel hat recht. Das steht so
> in der Bibel."

Ist schon richtig, aber dennoch ist die Idee nicht völlig
blödsinnig: Es wird nämlich die Frage gestellt, wie genau der Tacho
geht. Der Tacho ist aber etwas anderes als der Kilometerzähler. Es
kann sein, daß der Kilometerzähler genau ist und gleichzeitig der
Tachometer was falsches anzeigt.

Jedenfalls ist die Methode mit Kilometerzähler zu überprüfen, ob die
Kilometermarkierungen an der Straße äquidistant sind durchaus
sinnig. Nur muß man nicht gleich erwarten, daß der Kilometerzäher
für 1km Strecke auch 1km anzeigt. Aber wenn er z.B. 900m anzeigt,
dann sollte man erwarten, daß er immer 900m anzeigt. Die einzige
Ungenauigkeit im Kilometerzähler ist der Reifenaußendurchmesser und
der ändert sich nicht auf ein paar Kilometern Testsreckenlänge.

CU Rollo

Autor: Roland Damm (2006-01-15 22:49:16)


Autor: Roland Damm (2006-01-15 22:49:16)

Moin,

René hat geschrieben:

> Was hat das mit physikalischem Detailwissen zu tun? Es ging darum,
> die Genauigkeit des Instruments zu überprüfen. Und das testet man
> wohl besser mit einem /anderen/ Instrument, statt demselben. Sonst
> bewegt man sich in den Bereich "Die Bibel hat recht. Das steht so
> in der Bibel."

Ist schon richtig, aber dennoch ist die Idee nicht völlig
blödsinnig: Es wird nämlich die Frage gestellt, wie genau der Tacho
geht. Der Tacho ist aber etwas anderes als der Kilometerzähler. Es
kann sein, daß der Kilometerzähler genau ist und gleichzeitig der
Tachometer was falsches anzeigt.

Jedenfalls ist die Methode mit Kilometerzähler zu überprüfen, ob die
Kilometermarkierungen an der Straße äquidistant sind durchaus
sinnig. Nur muß man nicht gleich erwarten, daß der Kilometerzäher
für 1km Strecke auch 1km anzeigt. Aber wenn er z.B. 900m anzeigt,
dann sollte man erwarten, daß er immer 900m anzeigt. Die einzige
Ungenauigkeit im Kilometerzähler ist der Reifenaußendurchmesser und
der ändert sich nicht auf ein paar Kilometern Testsreckenlänge.

CU Rollo

Autor: Bernd Felsche (2006-01-16 10:25:20)

"René" writes:
>Gerhard Traeger wrote:
>> Du befürchtest also einen merklichen Einfluss von Schwankungen im
>> Reifenschlupf oder im Übersetzungsverhältnis des Kilometerzählers
>> im Orts-Zeit-Raum der Testfahrt, welcher die Verifikation der
>> These äquidistanter km-Steine verunmöglicht?
>> Faszinierend!
>> Ob soviel physikalischen Detailwissens stark beeindruckt,

>Was hat das mit physikalischem Detailwissen zu tun? Es ging darum, die
>Genauigkeit des Instruments zu überprüfen. Und das testet man wohl
>besser mit einem /anderen/ Instrument, statt demselben. Sonst bewegt man
>sich in den Bereich "Die Bibel hat recht. Das steht so in der Bibel."

Strecken- und Geschwindigkeits-maße werden unterschiedlich im
"selben" Instrument angezeigt. Kilometerzähler sind normalerweise
viel genauer als der Tacho. Die Übersetzung von Strecke auf
Geschwindigkeit braucht auch ein Zeitmaß; oder ähnlich geschummeltes.
--
/"\ Bernd Felsche - Innovative Reckoning, Perth, Western Australia
\ / ASCII ribbon campaign | "Laws do not persuade just because
X against HTML mail | they threaten."
/ \ and postings | Lucius Annaeus Seneca, c. 4BC - 65AD.

Autor: Bernd Felsche (2006-01-16 10:42:38)

Andreas Wenzel writes:

>Thomas Schäfer wrote:

>> Niedrigerer Druck: weniger Abrollumfang, mehr Schlupf.
>> Lass an Deinem Radl mal die Luft raus und Du wirst sehen,
>> wie der Reifen an der Aufstandsfläche zusammengedrückt wird
>> und der Abstand zwischen Radnabe und Fahrbahn sinkt.
>> So als ob Du einen kleineren Reifen hättest bzw. fast auf der Felge fährst.

>Dann ist das Rad aber auch nicht mehr rund und Umfang = d*pi gilt
>deshalb nicht mehr. Die Lauffläche wird ja nicht kürzer
>(Stahlarmierung!) weil etwas Luft abgelassen wird.

Doch; ein wenig. Nicht soviel beim Radialreifen wie bei
Diagonalreifen aber trotzdem massbar.

Zudem, ändert sich der Schlupf. In der Praxis, solange sich das
Fahrzeug bewegt.

Der nominale Rollumfang schwankt sogar bis zu 2%;
Herstellerseitlich. In der selben Reifenserie/Größe.

Und normaler Verschleiß hat auch einen guten Prozent in sich.
--
/"\ Bernd Felsche - Innovative Reckoning, Perth, Western Australia
\ / ASCII ribbon campaign | "Laws do not persuade just because
X against HTML mail | they threaten."
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Autor: traeger@w0l000033g5025368-3.de (Gerhard Traeger) (2006-01-16 19:00:57)

Roland Damm schrieb:

> Die einzige Ungenauigkeit im Kilometerzähler ist der
> Reifenaußendurchmesser und der ändert sich nicht auf ein paar Kilometern
> Testsreckenlänge.

Selbst auf die Gefahr hin, andere noch weiter zu verwirren, so kann
man das IMHO nicht schreiben. Wesentlich ist der dynamische Abrollumfang.
Der ist u.a. von der Geschwindigkeit und vom (seinerseits auch
geschwindigkeitsabhängigen, aber z.B. auch fahrbahnoberflächen-
abhängigen) Schlupf abhängig.

Da es bei der Überprüfung der Äquidistanz der km-Steine nur auf ein
konstantes Verhältnis zwischen der Änderung in der km-Anzeige und der
durch die Steine markierten Entfernung ankommt, könnte man zunächst
meinen, die Geschwindigkeitsanzeige dürfte dabei rein zufällig
schwankende Werte anzeigen. Das würde aber in der Parxis zu Schwankungen
in der realen Geschwindigkeit und damit im Übersetzungsverhältnis
zwischen gefahrener Strecke und angezeigter Entfernungsdifferenz führen.

Meine kryptische Formulierung entsprang also nicht nur meinem, zu
zynischer Spitzfindigkeit tendierendem intellektuellen Hochmut gegenüber
schlichten Gemütern mit beschränktem Leseverständnis, sondern sollte auch
einem Effekt höherer, wenngleich praktisch irrelevanter, Ordnung
vorbeugend Rechnung tragen.

Gerhard.

Autor: Roland Damm (2006-01-16 23:06:19)

Moin,

Gerhard Traeger hat geschrieben:

> und der durch die Steine markierten Entfernung ankommt, könnte man
> zunächst meinen, die Geschwindigkeitsanzeige dürfte dabei rein
> zufällig schwankende Werte anzeigen. Das würde aber in der Parxis
> zu Schwankungen in der realen Geschwindigkeit und damit im
> Übersetzungsverhältnis zwischen gefahrener Strecke und angezeigter
> Entfernungsdifferenz führen.

Das ist ein guter Einwand.

Aber nichts desto trotz, auch nur so interessehalber: wie viel
Schlupf mag denn so ein Reifen haben? Vermutung: je weniger Profil
desto weniger:-)

Cu Rollo

Autor: spamtrap@w0l000033g5025368-3.de (Gerhard Traeger) (2006-01-18 17:42:05)

Roland Damm neugierte:

> wie viel Schlupf mag denn so ein Reifen haben? Vermutung: je weniger
> Profil desto weniger:-)

Da fragst Du mich zu viel. Ich bin froh, dass ich überhaupt irgendwann
mal etwas leidlich Schlüssiges zu dem Thema gefunden hatte
(<http://141.99.140.157/d/imr5/downloads/Kapitel V6 Mechatronik.pdf>
ist zwar z.B. auch sehr nett, in dem Aufsatz/Artikel, den ich suche,
stand aber auch noch was vom "Latsch").

Wenn Du mit irgendeinem Zahlenwert zufrieden bist: mein zweiter Google-
Treffer für "Reifenschlupf" <http://www.metzele.de/motorrad/mo12.htm>;
meint, beim Mofa wärens 7-10%. Im Bosch-Handbuch haben die "Bremskraft
über Schlupf"-Kurven ein Maximum für Geradeausfahrt bei ca 20%. Bis ca
10% ist zumindest beim Bremsen der Zusammenhang zwischen Schlupf und
übertragener Längskraft leidlich linear. Wikipedia meint, die maximale
Kraft könne bei 10% übertragen werden. Nimmt man an, das solle für das
Beschleunigen gelten, so wäre zumindest die Tendenz aufgrund der
dynamischen Lastverteilung beim Fronttriebler einleuchtend.

Das Berufschulbuch "Fachkunde Kraftfahrzeugtechnik" belehrt mich
übrigens gerade, dass der "Dynamische Abrollumfang" nicht einfach
der dynamische Abrollumfang im jeweiligen Fahrzustand ist, sondern
der bei 60km/h auftretende - Mist.

Gerhard.
(Bist Du sicher, dass das in de.sci.physik besser aufgehoben ist?
Die Gruppe hab ich nicht "im Abo", die Antwort auf Deine Frage würde
mich aber auch interessieren.)

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